Rückblick

5. taxcellence club am 11. Juli 2019: „Industrie 4.0 – Ärgernis gewerbesteuerlicher Hinzurechnungen“

Der 5. taxcellence club widmete sich im Juli einem hochaktuellen und äußerst komplexen Thema. Es ging um die rasante Digitalisierung von Geschäftsprozessen, Produkten oder Dienstleistungen, die sich in der steuerlichen Realität bislang nur sehr zögerlich widerspiegelt. Steuergesetze knüpfen nach wie vor eher an traditionelle Geschäftsmodelle an und tun sich schwer mit den neuen Herausforderungen der Digitalisierung. 

Diese Diskrepanz führt nicht nur zu den bereits bekannten Problemen bei der steuerlichen Erfassung der Gewinne großer Technologiekonzerne. An den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen zeigt sich vielmehr deutlich, wie sich dies auf die tägliche Praxis der meisten Unternehmen auswirkt. 

Prof. Dr. Andreas Dinkelbach (Hochschule Niederrhein) – der auch das folgende Podium moderierte – und Thorsten Kontny (Finanzministerium NRW) griffen das Thema bereits in Ihrem Einführungsvortrag auf, der nahtlos in eine intensive Diskussion zum Thema überging. Anhand plastischer Fallbeispiele aus ihrer jeweiligen Unternehmenspraxis beziehungsweise aktueller Entscheidungen der Finanzgerichte diskutierten Dr. Günter Winkels (FUNKE MEDIENGRUPPE), Michael Brödel (thyssenkrupp AG), Volker Schmidt-Fehrenbacher und Dr. Oliver Rode (Finanzgericht Düsseldorf) unter reger Beteiligung der etwa 50 hochkarätigen Gäste. Die Diskussion mündete in ein flammendes Plädoyer an Finanzverwaltung und Gerichtsbarkeit zur Vereinfachung der bestehenden Regelungen hinsichtlich gewerbesteuerlicher Hinzurechnungen.

Fazit

Der enorme steuerliche Handlungsbedarf ist vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz auf dem 5. taxcellence club überdeutlich geworden. Wie Steuergerichtsbarkeit und Finanzverwaltung auf den dringenden Handlungsbedarf der Unternehmen reagieren werden, bleibt leider weiter abzuwarten. Bemerkenswert war allerdings die große gegenseitige Offenheit aller Seiten für Anregungen, wie man schnell zu sinnvollen Lösungen kommen kann und die Einigkeit darüber, dass es schnell gehen muss.

Einmal mehr hat der taxcellence club in seiner besonderen Zusammensetzung aus hochrangigen Vertretern von Unternehmen, der Verwaltung und der Richterschaft ein exzellentes Forum für eine hochspannende steuerliche Diskussion geboten. Wir bedanken uns bei unseren Gästen, den Referenten und insbesondere Dr. Günter Winkels von der FUNKE Mediengruppe, wo wir mit unserem 5. taxcellence club zu Gast sein durften.

4. taxcellence club am 21. März 2019: „Anzeigepflicht für Steuergestaltungsmodelle – nationale Umsetzung der EU-Richtlinie – Ausdehnung auf nationale Sachverhalte“

Der taxcellence club startete mit einem ganz heißen Eisen ins neue Jahr: Rund 70 Gäste erlebten eine spannende und intensive Diskussion über die im Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vorgesehene Anzeigepflicht für Steuergestaltungmodelle. Die große Anzahl von Vertretern aus Steuerabteilungen von Unternehmen verdeutlichte dabei die sehr hohe Praxisrelevanz des Themas.

Die Veranstaltung haben wir in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ausgerichtet. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Prof. Dr. Udo Förster, der uns in das Oeconomicum der Hochschule eingeladen hat und als Moderator durch den Abend führte.

Was muss gemeldet werden? Wer muss melden? Wann muss gemeldet werden? Über diese Fragen diskutierten mit Tim Hannig (Finanzministerium Nordrhein-Westfalen), Jörg Müller (Institut der Wirtschaftsprüfer), Dr. Günter Winkels (FUNKE MEDIENGRUPPE) und Dr. Marion Frotscher (Warth & Klein Grant Thornton) Persönlichkeiten aus Finanzverwaltung, Gremien und Unternehmen.

Nach dem Einführungsvortrag von Herrn Hannig nahm die Diskussion schnell Fahrt auf, zahlreiche Wortmeldungen der Gäste verdeutlichen die Unsicherheiten im Hinblick auf die geplanten neuen Pflichten. So zeigten sich beispielsweise erhebliche Schwierigkeiten zu bestimmen, welche Gestaltungen künftig überhaupt erfasst werden und wer im Einzelfall die Meldung vorzunehmen hat. Einig waren sich alle darin, dass das geplante Gesetz massiv in Rechtspositionen der Betroffenen eingreift und dass die Unbestimmtheit der Definitionen zu einer beträchtlichen Erhöhung des Compliance-Risikos für den Steuerpflichtigen führt.

Fazit

Jetzt ist der Gesetzgeber am Zug. Es bleibt zu hoffen, dass im weiteren Verlauf des Verfahrens Rechtssicherheit durch klare Tatbestände und Definitionen geschaffen wird, damit Steuerpflichtige ihr Handeln nach den gesetzlichen Vorgaben bzw. im Hinblick auf die geplante Bußgeldbewehrung ausrichten können. Die weitere Entwicklung bleibt nun mit Spannung abzuwarten.

3. taxcellence club am 20. September 2018: „Verlusterhaltung oder Verlustvernichtung?“

Der 3. taxcellence club am 20. September 2018 zeigte eindrucksvoll, dass sich die Veranstaltungsreihe als exklusive Community für Entscheider im Steuerbereich inzwischen fest etabliert hat. Rund 50 Gäste erlebten einen inspirierenden Abend zum Thema „Verlusterhaltung oder Verlustvernichtung“

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Schmidt-Fehrenbacher, der uns in die Düsseldorfer Räumlichkeiten von Vodafone eingeladen hat und als ausgewiesener Kenner der Materie durch die Veranstaltung führte.

Mit Dr. Peter Brandis (Richter am Bundesfinanzhof), Ralf Neumann (Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen) und Markus Suchanek (of counsel bei Flick Gocke Schaumburg) sorgten Persönlichkeiten aus Rechtsprechung, Finanzverwaltung und Beratung für interessante Einsichten und spannende Unterhaltung. Nach einem plastischen und instruktiven Einführungsvortrag von Herrn Dr. Brandis folgte eine äußerst intensive Diskussion zu den Möglichkeiten der Verlustnutzung nach § 8c KStG. Hier zeigte sich, dass das Themenfeld durch wegweisende Entscheidungen der Finanzgerichte noch mehr an Komplexität gewonnen hat.

Fazit

Die Beteiligten äußerten den Wunsch, dass der Gesetzgeber endlich seine Aufgabe wahrnimmt, ein Regelwerk zu schaffen, das dem Interesse des Fiskus Rechnung trägt, missbräuchliche Gestaltungen zu verhindern – und gleichzeitig den Unternehmen den materiell-rechtlichen Anspruch auf Verlustverrechnung ermöglicht. Letzteres müsse vom Gesetzgeber eindeutig und zweifelsfrei abgesichert werden. Das komplexe Thema sorgte beim anschließenden Get-together für weitere angeregte Diskussionen unter den Gästen.

Wir bedanken uns für Ihren Besuch und freuen uns schon auf den 4. taxcellence club im kommenden Jahr. Mehr dazu erfahren Sie in Kürze.

2. taxcellence club am 01. März 2018: US-Steuerreform auf dem Prüfstand

Der 2. taxcellence club hat nahtlos an die tolle Auftaktveranstaltung angeknüpft. Rund 60 Gäste erlebten am 1. März 2018 im Andreas City Quartier in Düsseldorf spannende Vorträge und eine Fülle von Anregungen zur US-Steuerreform. Prof. Dr. Guido Förster (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) unterzog das Trump`sche Reformwerk einer kritischen Würdigung aus wissenschaftlicher Sicht. Anschließend zeigte Andre Reislhuber (Henkel AG & Co. KGaA) konkreten Handlungsbedarf aus der Perspektive eines deutschen Unternehmens mit starkem Amerika-Geschäft auf. Die lebhafte Podiumsdiskussion verdeutlichte die große Praxisrelevanz des Themas. Ist die Reform wirklich so vorteilhaft, wie es angesichts der Steuersatzsenkung den Anschein hat? Wie groß sind die Spielräume für Steuersenkungen in Deutschland? Welche Auswirkungen sind für die Digitalwirtschaft zu erwarten? So lauteten nur einige Fragen, die intensiv diskutiert wurden. Beim Networking wurden bis in die späten Abendstunden die Themen vertieft und neue Kontakte geknüpft.

Fazit

Die US-Steuerreform ist durch die Steuersatzsenkung auf den ersten Blick attraktiv. Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber, dass die komplexen Neuerungen mit zahlreichen Stolpersteinen behaftet sind. Wichtig wird sein, den Steuersatzvorteil nicht durch eine zu hohe Bemessungsgrundlage einzubüßen. Unternehmen, die sich auf dem US-Markt engagieren, sind daher gut beraten, die Auswirkungen der Reform mit spitzem Bleistift durchzurechnen.

Tolles Debut für den taxcellence club am 28. September 2017

Zahlreiche begeisterte Rückmeldungen haben eindrucksvoll gezeigt: Die Premiere unserer exklusiven Networking-Plattform für Entscheider im Steuerbereich war eine Riesensache. Die hochkarätige Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Deborah Schanz (LMU München), Ministerialdirigent Dr. Steffen Neumann (Finanzverwaltung NRW), Patrick Neumann (Kverneland Group) und Volker Schmidt-Fehrenbacher (Vodafone Deutschland) nahm schnell Fahrt auf und entwickelte sich zu einem echten Highlight. Rund 40 Gäste erlebten einen wahren Parforceritt durch zahlreiche steuerliche Aspekte der Digitalisierung und beteiligten sich auch selbst immer wieder an dem unterhaltsamen Schlagabtausch. Beim anschließenden Networking wurden bis in die späten Abendstunden steuerliche Fragestellungen vertieft und neue Kontakte geknüpft.